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Varta-Loküberführung |
von Stephan Zöllner
Der Batteriehersteller VARTA in Hagen-Wehringhausen besaß eine unter der Nr. 3 geführte, akkubetriebene Werkslok. Die am 12.10.1914 von AEG mit der Fabriknummer 1731 damals noch an die Accumulatorenfabrik AG Hagen ausgelieferte Maschine vom Typ U 106 (Achsfolge Bo´Bo´) wurde Anfang 1990 im Stammwerk Hagen nicht mehr benötigt. Sie sollte für den neuen Besitzer, die Märkische Museums-Eisenbahn Plettenberg (MME, Hüinghausen) vorerst in Oberbrügge hinterstellt werden.
Der Abtransport vom Werksgelände der Varta in Wehringhausen war auf Freitag, den 06. April 1990 terminiert. Dazu war beim Bw Hagen Eckesey ein Sonderdienst mit der Nr. 9 und Dienstbeginn um 07.00 Uhr eingelegt, als Zugfahrzeug war eine Lok der BR 212 vorgesehen.

Auszug aus dem Lokführerkalender für die 14. Kalenderwoche 1990
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Wegen hohem Schadstand war an diesem Tag keine V 100 verfügbar, weshalb nach einigem Hin und Her auf die freie 365 739 zurückgegriffen wurde, welche bei der zulässigen Transportgeschwindigkeit von 30 km ⁄ h vollkommen ausreichend war.
Nach Aufrüsten der Lok im großen Rechteckschuppen wurde dem Fahrdienstleiter Eckesey die Maschine am Meldeposten angeboten und in den Westteil des Bahnhofs umgesetzt. Nach Zustieg des Rangierpersonals konnte als Sperrfahrt 80843 von Eckesey zur Awanst Kückelhausen (frühere Strecke nach Altenvoerde) gefahren werden, um die im dortigen Lokschuppen abgestellte Varta Nr. 3 abzuholen. Da die Maschine über keine Druckluftbremse verfügte, war sie mit einem kundigen Werksmitarbeiter zur Bedienung der Handbremse bei eventueller Zugtrennung besetzt. Bis Eckesey ging es geschoben zurück und anschließend als Rangierfahrt von dort in den Hauptbahnhof.
Ab Hagen Hbf lief der Transport unter der Zugnummer Priv 89600 zunächst nach Brügge. Nach erforderlichen Zugkreuzungen bzw. Überholungen auf der Volmetalbahn in Delstern und Rummenohl konnte am Mittag nach Eintreffen des dortigen Rangierpersonals ab Brügge nach Oberbrügge gefahren werden. Nach der Abstellung kehrte 365 739 als Lz 84868 zur Heimatdienststelle zurück.
Nach vier Jahren Standzeit gelangte die Akkulok 1994 ins Eisenbahn- und Technikmuseum Prora auf Rügen, wo sie noch heute anzutreffen ist. Dagegen war das Schicksal des Varta-Werks in Hagen ein anderes. Wurden hier bereits seit 1887 Batterien und Bleiakkus produziert kam im Jahr 2005 das Aus für den Standort. In den Jahren 2011 und 2012 wurde die gesamte Bebbauung des über 50.000 Quadartmeter großen Geländes abgerissen und die darauf befindlichen Schwermetallaltlasten aufwendig saniert und versiegelt.
Auf der Überführungsfahrt entstand die folgende Bildserie:
365 739 rollt in das Anschlussgleis des Batterieherstellers VARTA in Hagen-Wehringhausen und wird dort von zwei Mitarbeitern für einen kurzen "Schwatz" in Empfang genommen (Bild links). Kurz darauf verlässt Lok Nr. 3 für immer den heimatlichen Lokschuppen (Bild Mitte). Geschoben erreicht das Gespann den ehemaligen Abzweig Weidestraße in Hagen-Kuhlerkamp. Der Rangierer begibt sich derweil zum Schalthaus mit der Schlüsselsperre um auf dessen Freigabe zu warten (Bild rechts).
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Am ehemaligen Abzweig Weidestraße warten Varta 3 und 365 739 als Spf Lz 80843 die Vorbeifahrt eines mit 140 327 bespannten Güterzuges auf der ehemaligen Rheinischen Bahn zwischen Hagen-Heubing und Hagen-Eckesey ab.

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Die zulässige Höchstgeschwindigkeit für den Transport betrug 30 km ⁄ h. Daher stand auf der Volmetalbahn bereits in Hagen-Delstern eine Überholung durch N 6162 an. Nach dieser muss Priv 89600 zurück in das Hauptgleis umsetzen, da in Delstern eine Ausfahrt Richtung Brügge aus den Nebengleisen nicht mehr möglich war.

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Wenig später rollen die Beiden durch den Bahnhof Dahl dem nächsten Zwischenstop in Rummenohl entgegen (Bild links). In Rummenohl ist die Kreuzung mit N 6165 und die Überholung durch N 6164 mit 212 314 abzuwarten (Bild rechts).
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Unter dem bekannten Reiterstellwerk von Brügge wird auf die Weiterfahrt nach Oberbrügge gewartet.

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Das Endziel Oberbrügge ist erreicht. 365 739 kehrt von hier aus als Lz 84868 nach Hagen zurück. Die AEG 1731 wird schließlich 1994 in das Eisenbahn- und Technikmuseum Prora auf Rügen gebracht, wo sie bis heute erhalten geblieben ist.
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